Meistersinger Musik, Forchheim 1989, 62 min.
veröffentlicht im Reiki-Magazin Nr. 4, Oktober 1997
Anugama – ein vielseitiger Musiker, von dem mehr als ein Dutzend Tonträger vorliegen – hat die beiden jeweils halbstündigen Titel dieser CD im Alleingang komponiert, arrangiert und eingespielt.
Der Titelsong "Shamanic Dream" ist ein langer, ruhiger Fluß. Das Stück verläuft ohne Höhepunkte, doch entfaltet es eine suggestiv-beruhigende Kraft. Dazu tragen vor allem Percussions bei, welche den Herzschlag des Zuhörenden mit ihrem bedächtigen Rhythmus synchronisieren. Im Hintergrund schwillt ein Synthesizer auf und ab, dann und wann ist das Mantra "So be it" leise zu hören, und über allem schwebt eine Flöte. Ein einfaches, aber stimmiges Stück, dessen Basis das ‘Cis’ bildet, das nach den Berechnungen von Hans Cousto dem Sonnenton entspricht.
"Chakra Journey" ist rhythmisch und klanglich ähnlich gestaltet, doch dominieren anstatt der Flöte flächige Keyboardsounds, die gegen Ende mehr den Charakter eines Glasharmoniums annehmen. Dazu kommt ein durchgehender Bass, während das Zirpen von Grillen den Hintergrund bildet. Dem Titel entsprechend ist diese Komposition etwas komplexer. Alle viereinhalb Minuten wechselt der Grundton des Stückes. Die ersten beiden Male wird dies von Gongschlägen angezeigt, danach von glockenähnlichen Tönen, deren Klang ich ein wenig penetrant finde. Doch bekommt man so – wenn man den sieben verschiedenen Parts des Stückes Handpositionen zuordnet – relativ sicher die Wechsel mit, während beim ersten Stück leicht das Zeitgefühl verloren gehen kann. So ist diese CD – neben ihrer Eignung für langsamen Trancetanz – sehr Reiki-kompatibel.
Anfangs haben mich die Versprechungen im Booklet noch stutzig gemacht. Da sollten der Musik sogenannte Thetaklänge beigemischt sein, die dazu auch noch auf die jeweiligen Planetenfrequenzen abgestimmt seien. Doch konnte ich die erste Behauptung bei genauerem Hören – soweit möglich – nachvollziehen. Allerdings benötigt man schon eine brauchbare HiFi-Anlage, die Frequenzen bis hinunter zu vier Hertz wiedergibt, um in diesen Genuß zu kommen. Ich vermisse allerdings Informationen im Booklet, was der Künstler denn nun genau umgesetzt hat. Von den Grundtönen des letzten Stückes konnte ich nur zwei den entsprechenden Planeten zuordnen. Oder hat Anugama einen anderen Kammerton benutzt? Und nach welcher Lehre wurden bestimmten Chakren die jeweiligen Grundtöne zugeordnet? Manche Fragen bleiben offen, doch wird dem interessierten Hörer weiterführende Lektüre empfohlen.
Abschließend läßt sich sagen: Diese CD ist keine der seltenen Höhepunkte, enthält aber Musik von schlichter Schönheit. Wer dazu noch ein wenig Rhythmus vertragen kann, dem sei sie empfohlen.
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