Wege der Ganzwerdung

Barbara Simonsohn: Reiki – die sieben Grade

Reiki. Die sieben GradeHans-Nietsch-Verlag, 2010, 279 Seiten, 14,90 €

Barbara Simonsohn ist eine der fleißigsten Autorinnen in Deutschland, die ich kenne. Sie hat nicht bloß zum Thema Reiki einige Bücher geschrieben, sondern auch viele Gesundheitsratgeber, zu Themen wie beispielsweise Stevia und Hyperaktivität. Ihr neues Buch beschäftigt sich wieder mit Reiki, und diesmal ganz besonders mit den sieben Graden des „Authentischen Reiki“. Trotz einiger vorheriger Bücher in Sachen Reiki ist laut Autorin das vorliegende Werk eines der ersten, das alle sieben Grade umfassend beschreibt. Dies kann ich durchaus bestätigen: Jeder Grad wird ausführlich behandelt.

Barbara Simonsohn wurde bis in den 5. Grad von Dr. Barbara Ray ausgebildet, die zu den 22 von Hawayo Takata ausgebildeten Reiki-Meistern gehört. Im Gegensatz zum Usui Shiki Ryoho und anderen Reiki-Stilen, die meist in drei bis vier Graden bzw. Stufen ausbilden, umfasst die Radi­ance Technik insgesamt sieben Grade. Ein weiterer Unterschied ist, dass nicht insgesamt vier Reiki-Symbole gelehrt werden, wie überwiegend üblich, sondern sieben Symbole, die in ihrer Wirksamkeit und Aufgabe je einem Chakra zugeordnet werden können.

Was mir persönlich nicht ganz klar geworden ist: Was unterscheidet nun das „Authentische Reiki“ von der Radiance Technik bzw. gibt es überhaupt Unterschiede? Die Autorin selbst schreibt, dass die Radiance Technik eine Variante des „Au­thentischen Reiki“ sei (S. 64). Meinem Verständnis nach müsste es sich eher umgekehrt verhalten, da die Radiance Technik – rein chronologisch betrachtet – zuvor entstand. Da im Buch durchgängig vom „Authentischen Reiki“ gesprochen wird, behalte ich den Terminus hier bei.

Obwohl ich mich schon oft mit den unterschiedlichsten Reiki-Stilen und -Systemen auseinandergesetzt habe und sehr interessiert bin, was die Unterschiede, aber auch was die Gemeinsamkeiten angeht, muss ich gestehen, dass ich mich bislang wenig um das „Authentische Reiki“ gekümmert habe. Gerade deshalb ist es natürlich für mich interessant, das vorliegende Werk „Reiki. Die sieben Grade“ zu rezensieren. Was mich bisher immer abgeschreckt hat, mich näher mit dem System zu befassen, ist die Unübersichtlichkeit der vielen Grade – sind doch die drei Grade, die ich kenne, für mich vollkommen ausreichend. Der ein oder andere Leser mag sich jetzt fragen, was an sieben Graden denn so verwirrend sein soll. Im Prinzip nichts, so lässt sich sagen, wenn es sieben aufeinander aufbauende Grade sind. Befremdlich ist für mich lediglich die weitere Unterscheidung der Grade in A-Linie und B-Linie. Zähle ich diese wiederum zusammen, komme ich auf insgesamt weitaus mehr als sieben Grade. Denn die Zahl sieben bezieht sich lediglich auf die Anzahl der Grade in der A-Linie. Absolviert man diese, kann man für sich das „Authentische Reiki“ vollständig nutzen. Was man dann aber noch nicht hat, ist die Lehrbefähigung, die wiederum in der B-Linie in mehreren Schritten weitergegeben wird. Möchte man also das vollständige System in seiner Gänze erfahren und weitergeben, ist es unerlässlich, zu den sieben Graden der A-Linie noch die Grade IIIB, VB und VIIB zu erlernen. Eine weitere Sonderstellung stellt das „IIIB-light Seminar“ dar, das, wie der Name schon verrät, eine abgespeckte Version des IIIB Grades darstellt. Wenn ich nun die verschiedenen Ausbildungsstufen zusammenzähle, komme ich auf insgesamt elf mögliche Seminare.

Barbara Simonsohn beschreibt die Grade der A- sowie der B-Linie mit ihrer jeweiligen Wirkung und dem entsprechenden Seminarprogramm sehr ausführlich, leicht verständlich und so, dass meine Verwirrung der Klarheit weicht. Sie führt aus, welchen Nutzen der jeweilige Grad für die eigene Entwicklung und die Arbeit mit Reiki hat und gibt zudem verschiedene Meditationen und Übungen an die Hand. Zum Teil sind die Übungen nur für Eingeweihte des jeweiligen Grades gedacht, zum Teil gibt es aber auch Techniken wie z. B. die „Shioya Atemübung“, die für alle Reiki-Praktizierenden anwendbar seien. Mit vielen Zitaten von Weisheitslehrern wie z. B. Neale Donald Walsch spickt sie die themenbezogenen Erklärungen und untermauert damit ihre spirituellen Ansichten. Für meinen Geschmack verwendet sie zu viele Zitate, das hätte die Autorin bestimmt auch mit eigenen Worten genauso gut umschreiben können.

Ab der Mitte des Buches werden Rückmeldungen weitergegeben, die Barbara Simonsohn von den Teilnehmern ihrer Seminare erhalten hat. Themenschwerpunkte machen die Vielzahl der Erfahrungsberichte übersichtlich, so dass man themenspezifisch lesen kann. Interessiert man sich beispielsweise für Rückmeldungen zum Thema „Reiki mit Tieren“, findet man die entsprechenden Seiten schnell. Generell halte ich Erfahrungsberichte für sinnvoll, da der Leser so einen Eindruck davon erhält, was mit Reiki alles möglich ist. Allerdings sind mir insgesamt 83 Seiten solcher Berichte für ein Buch doch zu viel und wirken durch ihre Menge auf mich eher wie Füllmaterial. Weniger ist doch manchmal mehr.

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Ein Punkt, der mir persönlich aufstößt, ist die in manchen Aussagen Barbara Simonsohns mitschwingende Ansicht, dass das „Authentische Reiki“ der einzig wahre Reiki-Stil sei bzw. lediglich Barbara Ray die vollständige Reiki-Ausbildung durch Hawayo Takata zuteil wurde. Mittlerweile sind verschiedene Linien, die auf Mikao Usui zurückgehen, bekannt, und daher ist es keinesfalls mehr zeitgemäß, den eigenen Stil als den einzig wahren zu propagieren. Die Entwicklung geht heute immer mehr in Richtung respektvoller Umgang aller Stile miteinander und Besinnung auf die Gemeinsamkeiten – nämlich der Weitergabe von Reiki.

Insgesamt findet man in dem Buch genau das, was draufsteht: Informationen zu den sieben Reiki-Graden des „Authentischen Reiki“ und noch ein bisschen mehr. Wer sich für diesen Reiki-Stil interessiert und mehr darüber erfahren möchte, ist mit diesem Buch sehr gut bedient. Aufgelockert durch einige Meditationen und Übungen, kann dieses eine informative Lektüre für den interessierten Reiki-Praktiker sein, auch wenn man sich einem anderen Reiki-Stil zugehöriger fühlt.

Einschätzung der Redaktion des Reiki Magazins:
Für Anfänger und Fortgeschrittene geeignet!

Barbara Simonsohn: Reiki – die sieben Grade: 1 Stern2 Sterne3 Sterne4 Sterne5 Sterne
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Janina Koeck

Veröffentlicht von

Janina Köck ist seit 1996 in Reiki eingeweiht und lehrt seit 2001 Reiki im Usui System. Sie ist freie Reiki-Lehrerin, in Shoden und Okuden in Jikiden Reiki eingeweiht und Karuna Reiki (R) Lehrerin. Sie schreibt die Buchrezensionen fürs Reiki-Magazin seit 2008 und ist von Beginn an Mitorganisatorin der Reiki-Convention, hat 2010 und 2011 das Reiki-Festival mitorganisiert und ist Gründungsmitglied von ProReiki. Janina lehrt Reiki in ihrer Praxis Leben in Einklang in Köln und sie steht für eine geerdete, tiefe und humorvolle Spiritualität. Offenheit für Neues aber auch eine große Liebe zu den Ursprünge des Reiki findet man bei ihr.

1 Kommentar Schreibe einen Kommentar

  1. Sehr gutes Buch das ich bereits selbst gekauft und gelesen haben und es ist ein super Nachschlagewerk für die 7. Reiki Grade des Authentischen Reikis

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