
Bolius eBook Verlag, 143 Seiten, 9,90 Euro
Ein Buch für Reiki-Skeptiker, das von einem Autor mit Doktortitel geschrieben wurde? Wie spannend! Als mir David Bolius zum ersten Mal von seinem Buch erzählte, war mein Interesse gleich geweckt. Da das Buch bislang lediglich als E-Book erhältlich ist, besprechen wir damit im Reiki Magazin nun erstmals ein solches E-Book.
Nun ist es sicherlich nicht jedermanns Sache, ein Buch auf dem Computer, Tablet oder E-Book-Reader zu lesen. Ich finde es eigentlich auch viel schöner, ein Buch anfassen zu können. Aber E-Books haben auch Vorteile, die ich schätze, zum Beispiel sind sie oft preislich günstiger, man kann sie schnell downloaden – und man kann Tausende solcher Bücher auf einem einzigen Computer (oder Tablet oder gar USB-Stick) speichern.
Auch ein E-Book hat ein Cover, und das Cover dieses Buches finde ich insgesamt recht ansprechend. Eigentlich ist es eher untypisch für ein Reiki-Buch, und es könnte von der Erscheinung her auch das Cover eines Fachbuchs für Schüler oder Studenten sein. Da ich es mag, überrascht zu werden, finde ich die Kombination des Themas Reiki mit dieser Art von wissenschaftlichem Cover gelungen.
Gleich im ersten Kapitel schreibt David Bolius über seinen eigenen Weg zu Reiki, auf sehr persönliche Weise. Und das ist auch insgesamt ein großes Plus dieses E-Books: Immer wieder verdeutlicht der Autor seine Ansichten und Argumente mit persönlichen Erfahrungen oder Begebenheiten, die er mit Reiki-Freunden und -Schülern erlebt hat. Viele der Zitate, die gebracht werden, sind von ihm selbst und nicht bloß von anderen abgeschrieben. Neben den vielen erklärenden Textabschnitten ist dies also auch ein sehr persönliches Buch, das sich durchaus kurzweilig lesen lässt. Der Schreibstil ist sehr angenehm und durchgängig leicht verständlich. Das Buch ist klar strukturiert, immer wieder finden sich hilfreiche Verweise, die einen durch das Buch leiten.
Bei einem „Buch für Skeptiker“, das von einem Autoren mit Doktortitel geschrieben wurde – der es also sicherlich gewohnt ist, wissenschaftliche Texte zu verfassen bzw. mit diesen zu arbeiten –, hätte ich allerdings insgesamt noch mehr Verbindungen zu verschiedenen, beispielsweise psychologischen Theorien erwartet, die seine Aussagen hätten weiter untermauern können. Denn letztlich ist es für echte Skeptiker auch nach der Lektüre dieses Buches noch immer leicht zu sagen: „Ja, aber …“. Ich kann allerdings auch gut verstehen, dass es dem Autor insgesamt wohl vor allem um eine gute Lesbarkeit der Texte ging, und weniger darum, daraus eine wissenschaftliche Abhandlung zu machen.
Liest man die Themen, die im Inhaltsverzeichnis des Buches angegeben sind, sieht das so aus, als handele es sich um ein ganz normales Reiki-Grundlagenbuch. Was es allerdings zu einem „Buch für Reiki-Skeptiker“ macht, sind die vielen Erklärungen, die David Bolius mitliefert. Sie sind einfach formuliert und oft untermauert mit wissenschaftlichen Analogien, bei denen ich mir manchmal noch etwas mehr Tiefe oder Angaben zu Quellen gewünscht hätte, um das jeweilige Thema für mich weiter vertiefen zu können. Besonders gut gefallen hat mir die Aufschlüsselung der Definition der Weltgesundheitsorganisation (WHO) zum Thema Gesundheit. In diesem Zusammenhang schreibt David Bolius über die körperliche, mentale, emotionale, spirituelle und soziale Gesundheit, u.a. auch im Reiki-Kontext.
Spannend ist das Kapitel über das Fruchtexperiment. Viele Reiki-Praktizierende haben sicher schon einmal ein solches Experiment gemacht: Man teilt eine Frucht in zwei Hälften, behandelt dann die eine Hälfte tagelang immer wieder mit Reiki, die andere Hälfte aber nicht. Manche nehmen auch zwei Pflanzen und behandeln eine Pflanze tagelang mit Reiki, die andere Pflanze nicht. Üblicherweise zeigt sich nach ein paar Tagen, dass jene Fruchthälfte, die mit Reiki behandelt wird, länger frisch bleibt als die andere Hälfte – bzw. dass jene Pflanze, die Reiki erhält, sich insgesamt besser entwickelt als die andere. Solche Experimente sind immer wieder spannend, und ich lese gerne über die Erfahrungen und Ergebnisse anderer Reiki-Praktizierender. Das sind wunderbare kleine Experimente, die jeder für sich zu Hause ganz einfach ausprobieren kann.
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Wer bereits Reiki praktiziert, wird in dem Buch wohl nicht viel Neues erfahren. Insgesamt betrachtet sind jedoch vor allem die vielen gelungenen Erklärungen interessant, die zu den verschiedenen Themen gegeben werden – und die eine Unterstützung dabei sein können, wenn man mal wieder mit „Reiki-Skeptikern“ diskutiert. Alle Erfahrungen des Autors sind authentisch beschrieben. Und es ist ein Reiki-Buch, in dem auch auf außergewöhnliche Themen wie beispielsweise „Selbstsabotage bei Reiki“ eingegangen wird. Unter den vielen Reiki-Grundlagenbüchern ist dieses hier auf jeden Fall eines der besseren.
Einschätzung der Redaktion: Gelungen!