Ok Esther, ich schreib auch mal wieder etwas hierein. So aus dem Bauch heraus, einfach mein Weg zur Arbeit heute morgen. Mußte irgendwann lachen.

Die besten Geschichten geschehen eh im Alltag.
Ich kümmere mich für ca. 2 Stunden in der Woche um eine alte Dame in der Gemeinde. Fußweg 15 Minuten. Start: Mittwoch um 9.00 h.
Ok, Tasche gepackt, Haustür abgeschlossen. Aha die "Grünen"

(Müllabfuhr) waren da. Schiebe die Tonne vom Bordstein in den Vorgartenbereich. Gehe an Nachbar's Küchenfenster vorbei, X + Y frühstücken und winken mir heftig zu. Ich winke zurück und gehe weiter. Trudchen reißt die Haustür auf: " Kathi, ich habe hier deinen Kuchenteller. Die Sucht-Cookies von Sonntag haben uns prima gemundet." Ok, Teller gepackt, zurückgegangen, Türe aufgeschlossen, Teller ins Treppenhaus gepackt, Türe zu und weiter gehts.
"Juhu Heinz", winke ich dem Nachbarn zu, der zur Arbeit fährt. "Wieder voll im Arbeitstrott drinnen nach eurem Urlaub! Und danke noch einmal für den Fingerhut! Der steht schon im Regal." Ich habe dort 3 Wochen den Briefkasten behütet und aus Avignon einen wunderschönen Fingerhut bekommen. Nachdem mit Heinz geklärt war, das er mich nicht mitnehmen kann für ein kurzes Stück, er fuhr in die entgegengesetzte Richtung

, und einem Gruß an seine Gattin, gings weiter.
"Guten Morgen Frau S. Jetzt schon fleißig am Buddeln im Vorgarten. Wenn Sie bei sich fertig sind, Sie wissen ja, wo ich wohne!"

Total dummer Spruch, fand ich früher, heute benutze ich ihn selbst und Frau S. lacht und schüttelt verneinend den Kopf.

Und wünscht mir noch einen schönen Tag.
Ok, das Ende der ersten Straße ist erreicht. Ah, da kommt mein Sandkastenfreund, der Maddin....

. "Morgen Kathi, auch auf dem Weg zur Bahn und zur Stadt?" Ich schüttel den Kopf, da klingelt mein Handy. Männe ist dran, ruft irgendwo aus Dresden an. Maddin und ich traben eine Weile zusammen in dieselbe Richtung

und da macht er sich vom Acker. Ich plauder ja mit meinem Schatz.
Ein kurzes Winken zur linken Seite, wo gerade meine Teamkollegin von der Secondhandboutique der Gemeinde die Mülleimer wieder zurückschiebt.
Und ein kurzer Blick nach oben zum Himmel von mir: Na, ob es gleich regnet? Dann müßte ich Männe kurz "abhängen"

, denn Handy und Handtasche und Beutel und Schirm aufmachen ist nicht drinnen

.
Puh, es geht den Berg hoch, gut das Männe redet und Maddin sehe ich nur noch von hinten, der ist viel schneller als ich.
Oh je, da kommt mir ein Husky entgegen, zieht eine Eisenkette hinter sich her. Hat Herrchen schon wieder das Tor nicht richtig verschlossen

. Ich weiß, es ist ein lieber Hund, aber ich habe einen großen Respekt vor ihm. "Ach Schatz, das wird schon wieder." flöte ich mal in Richtung Männe, der sich über irgendwelche Dummdödel aufregt. Und der Husky fühlt sich irgendwie angesprochen und kommt mir nach

. Herrchen kommt angerannt, grüßt mich freundlich und sagt: "Sie wissen doch, der tut nix. Der riecht aber wohl Ihre Angst!" Na klasse, frisch geduscht und ich rieche nach Angst......................

.Hilfe, das geht ja gar nicht.
Männe erzählt und ich gehe weiter, ganz schnell am Haus einer früheren Bekannten vorbei, die mir aus dem Fenster zuwinkt. Nein, jetzt habe ich keine Zeit, mit ihr zu plaudern.
Aha, Hauptstraße ist erreicht. Da steht an der Ampel der nette Mann von der DHL und grüßt freundlich. Ich grüße zurück mit den Worten: "Das Päckchen von Frau T. konnte ich schon am Nachmittag abgeben." Ich hatte gestern ein Päckchen für eine Nachbarin angenommen. Der DHL-Mann lachte und sagt:" Ich weiß ja, das in dieser Siedlung alles funktioniert. Bis demnächst mal wieder." Männe kriegte mittlerweile mit

, das ich ständig am Grüßen war und wollte wissen, wen ich denn schon wieder alles getroffen habe.
Ah, da sehe ich ja auch wieder den Maddin, an der Straßenbahnhaltestelle, direkt neben dem Briefkasten. Er ist so freundlich und hält mir den Briefkastenschlitz auf. Denn ihr wißt ja, alles mit einer Hand: Handy, Beutel, Handtasche und mittlerweile Regenschirm geht ja gar nicht

. Und weg ist die Postkarte mit der Lösung für ein Kreuzworträtsel.
Ich drehe mich um und renne an der Posttür fast mit meiner Chorschwester zusammen. Die drückt und herzt mich, bestellt mir schöne Grüße für Männe (woher weiß sie, das ich mit ihm rede

) und ist auch schon wieder weg.
Endlich um zwei Minuten vor neun stehe ich bei Frau B. vor der Türe, verabschiede mich von Männe, wünsche ihm einen schönen Tag und er soll sich nicht so viel aufregen und muß einfach grinsen.
Frau B. macht mir die Türe auf und geht zurück zum Frühstückstisch. Ich mache mich fertig und setze mich zu ihr. In aller Ruhe hören wir noch die Neun-Uhr-Nachrichten. Sie ißt ihr Bütterken zu Ende und fragt mich dann: "So, und jetzt erzählen Sie mir doch einmal, warum Sie so ein Grinsen auf dem Gesicht haben!"
Dann haben wir aber die Ärmel hochgekrempelt und losgelegt.
Es ist schön, früh morgens so vielen netten Menschen zu begegnen. Da ging mir doch das Herz auf.
So, ich glaube, das war mal wieder eine typische Kathi-Geschichte.
LG aus dem Ruhrpott
von der Kathi
mit den netten Nachbarn etc.