Hallo Sunny,
zu Deiner Frage glaub ich folgendes: wenn ein Mensch im tiefsten Inneren den Wunsch und die feste Absicht hat, sich zu verwandeln, vor der eigenen Hütte zu kehren anstatt vor den Hütten anderer (kleine Ausrutscher ausgenommen

, alles daran setzt, sein eigenes Selbstwertgefühl aufzubauen und zu halten, die Bereitschaft hat, seinen Schmerz zu fühlen, auszudrücken, auszuhalten, den Glauben daran entwickelt, dass es Menschen gibt, die zu ihm stehen und die bei aller Menschlichkeit auch mal Fehler machen dürfen, dann kann Reiki bei so einem Prozess Wunder wirken und wirklich helfen.
Ich musste gerade denken an diesen Arzt namens Chopra, der mal untersucht hat, welche Gemeinsamkeiten all die Menschen hatten, die laut Schulmedizin „unheilbar“ an Krebs erkrankt nach Hause geschickt wurden, und die dann noch lange gelebt haben, teilweise sogar geheilt wurden. Die grösste Gemeinsamkeit war, sie haben den Ärzten nicht geglaubt. Und die zweite Gemeinsamkeit war, sie haben in sich eine wie auch immer geartete Verbindung mit dem Göttlichen aufgebaut.
Mit den ganzen Psycho-Diagnosen ist das ähnlich. Da steckt so viel Demütigung drin und auch so viel von Unheilbarkeit. Menschen, die von Kind an schon glaubten, sie seien verrückt und wertlos, ein nicht liebenswertes Monster, kriegen jetzt solche Diagnosen, mit denen sie wieder in so eine Schublade gesteckt werden. Es ist verdammt schwer, sich das nicht reinzuziehen und die Diagnose nur als eine neutrale Beschreibung zu betrachten. Ich habe ein paarmal solchen Menschen Reiki nähergebracht... die eine lieh das Geld für ein Seminar lieber ihrem Freund, so wie sie alles für ihren Freund tat, damit er sie nicht verlassen sollte, was letztlich doch immer wieder passierte. Sie war nicht offen für einen anderen Weg. Ein anderer mochte die Berührung und das Spüren der Energie, sah aber nach kürzester Zeit sowas wie eine Heilige in mir, seine Therapeutin, die nie gekannte Mutter etc., und sobald ich mal selber in einem Prozess war und diese Rolle gerade nicht ausfüllen konnte, traf mich sein Hass. Wir hatten tiefe Gespräche über Spiritualität, und immer wenn ich an den Punkt kam, dass wir die Wahl haben, ob wir den einen Menschen angreifen, der nicht nett zu uns ist, oder zu den anderen 9 Menschen gehen, die uns mögen, und uns da Hilfe holen, stieg er aus. Er hatte diese Wahl nicht und musste immer auf diesen einen Menschen losgehen. Am Schluss war ich dieser Mensch, weil ich eben keine Heilige war und nicht immer für ihn Zeit hatte. Mit meiner Geschichte ist mir sowas zu heftig auf Dauer, deshalb hab ich erstmal genug von diesen Erfahrungen.
Mit Wut und Hass umgehen ist nicht meine grösste Stärke. Noch nicht, aber ich lerne dazu
Insofern würde ich sagen, probier es aus, sprich mit diesem Menschen, spür genau hin und tu nur das, was sich für Dich wirklich gut anfühlt, sonst wäre es möglich, dass Dir in Kürze alles Mögliche um die Ohren fliegt... (was auch eine sehr spannende und lehrreiche Erfahrung sein kann, von der ich Dich auf keinen Fall abhalten will... irgendwie müssen wir ja auch lernen, was sich richtig anfühlt und was nicht, und was passiert, wenn wir diese Signale missachten...)
Soviel zu meinen Gedanken... vielleicht magst Du ja erzählen, wie‘s weitergeht?
Liebe Grüsse von Sheelara