Die Reihenfolge von Geben und Nehmen
Verfasst: 19.03.2009, 13:48
Hallo,
gestern abend war ich in einem Vortrag von Götz Werner, dem Gründer der Drogeriemarkt-Kette DM. Und dabei ist mir etwas klargeworden, was ich gerne mit Euch teilen möchte.
Klick hat es bei mir gemacht, als er sagte, es sei ein Irrtum, zu glauben, wenn wir eine Zahnpasta kaufen, bezahlen wir diese Zahnpasta. Denn sie ist bereits bezahlt. Sonst könnte sie nicht im Laden liegen. Sie ist vollständig finanziert. Der Betrag, den wir bezahlen, wird dafür genutzt, weitere Zahnpastas herzustellen, damit es auch morgen noch welche gibt.
Das normale Denken in unserer Gesellschaft ist, zuerst muß ich was leisten, dann kriege ich was dafür. Da hat sich bei mir schon immer alles gesträubt. Denn wenn ich als Baby auf die Welt komme, kann ich gar nichts leisten. Da brauche ich erstmal ganz viel. Und wenn jemand wirklich liebevoll mit mir in Beziehung geht, dann kriegt er auch ganz viel zurück für das, was er mir gibt, nicht materiell, sondern seelisch. Wenn er das nicht tut, glaubt er, er müsse nur geben. Das ist aber nicht die Schuld des Babys. Und es kann nichts dafür, daß es braucht.
Damit ein Baum wachsen kann, braucht sein Same ganz viel Erde, Wasser und Sonne. Er braucht Nahrung und die richtigen Bedingungen. Wenn er all das bekommt, kann er keimen und wachsen und ein Baum werden, Früchte tragen, Schatten spenden, das Klima schützen. Unser gesellschaftliches/wirtschaftliches Denken wäre hier: Lieber Baum, wachse erstmal und trage Früchte, dann bekommst Du auch Sonne und Wasser als Lohn für deine Früchte.
Die Gesetzmäßigkeiten, die für die Natur gelten, die für die Seele gelten, lassen sich ebenfalls auf die Wirtschaft übertragen, das habe ich gestern abend gelernt. Das geht ja schon los, wenn ich eine Firma gründen will, um etwas herzustellen. Da brauche ich erstmal Startkapital, um überhaupt in die Lage zu kommen, produktiv zu sein. Es ist immer so - zuerst kommt das Brauchen, das Nehmen, das Bekommen, um die Bedingungen zu schaffen, dann kommt die eigene Leistung, die eigene Produktivität. Das bedingungslose Grundeinkommen ist nur eine logische Folge dieser Zusammenhänge.
Er hat das auch im Beispiel eines Einstellungsgesprächs erklärt. Der Bewerber kriegt seinen Lohn nicht für seine Leistung, wenn er seinen neuen Job antritt, denn die erbringt er ja erst später. Er kriegt seinen Lohn, um seine Miete bezahlen zu können, sein Essen und was er sonst noch so braucht, damit er regelmäßig am Arbeitsplatz erscheinen und dort DANN Leistung bringen kann. Alle Kreativität, alle Produktivität beruht auf Vorleistung und dem Zutrauen, daß was Sinnvolles dabei rauskommt. Eine Sicherheit, WAS dann dabei herauskommt, gibt es nie.
Das hat mir so gutgetan, das zu hören. Denn es entspricht vollkommen meinem Weltbild. Endlich mal. Und so kann ich auch auf den Punkt bringen, was mich so aufgeregt hat, als ich vor Kurzem erfahren habe, daß die Krankenkasse keine Massage finanziert, wenn man nicht vorher Krankengymnastik ausprobiert hat. Zuerst muß der Mensch gefälligst was tun, und erst wenn das nicht klappt, kriegt er was, was ihn nährt und wo er sich entspannen kann. Da ist jemand völlig am Ende und hat Schmerzen, und dann heißt es, er müsse jetzt erstmal selber etwas TUN. Das ist doch... wirklich krank. Warum haben so viele Menschen so viel Angst davor, daß jemand etwas kriegen könnte, einfach so, um ihn in die Lage zu versetzen, dann wieder etwas geben zu können?
Was sind Eure Gedanken und Gefühle dazu?
Liebe Grüße,
Sheelara
P.S. Meine Postings haben immer so eine riesige Spaltenbreite (heißt das so?), seh das nur ich oder seht ihr das auch? Wie krieg ich das schmaler? Ich kann im Menü nichts dazu finden.
gestern abend war ich in einem Vortrag von Götz Werner, dem Gründer der Drogeriemarkt-Kette DM. Und dabei ist mir etwas klargeworden, was ich gerne mit Euch teilen möchte.
Klick hat es bei mir gemacht, als er sagte, es sei ein Irrtum, zu glauben, wenn wir eine Zahnpasta kaufen, bezahlen wir diese Zahnpasta. Denn sie ist bereits bezahlt. Sonst könnte sie nicht im Laden liegen. Sie ist vollständig finanziert. Der Betrag, den wir bezahlen, wird dafür genutzt, weitere Zahnpastas herzustellen, damit es auch morgen noch welche gibt.
Das normale Denken in unserer Gesellschaft ist, zuerst muß ich was leisten, dann kriege ich was dafür. Da hat sich bei mir schon immer alles gesträubt. Denn wenn ich als Baby auf die Welt komme, kann ich gar nichts leisten. Da brauche ich erstmal ganz viel. Und wenn jemand wirklich liebevoll mit mir in Beziehung geht, dann kriegt er auch ganz viel zurück für das, was er mir gibt, nicht materiell, sondern seelisch. Wenn er das nicht tut, glaubt er, er müsse nur geben. Das ist aber nicht die Schuld des Babys. Und es kann nichts dafür, daß es braucht.
Damit ein Baum wachsen kann, braucht sein Same ganz viel Erde, Wasser und Sonne. Er braucht Nahrung und die richtigen Bedingungen. Wenn er all das bekommt, kann er keimen und wachsen und ein Baum werden, Früchte tragen, Schatten spenden, das Klima schützen. Unser gesellschaftliches/wirtschaftliches Denken wäre hier: Lieber Baum, wachse erstmal und trage Früchte, dann bekommst Du auch Sonne und Wasser als Lohn für deine Früchte.
Die Gesetzmäßigkeiten, die für die Natur gelten, die für die Seele gelten, lassen sich ebenfalls auf die Wirtschaft übertragen, das habe ich gestern abend gelernt. Das geht ja schon los, wenn ich eine Firma gründen will, um etwas herzustellen. Da brauche ich erstmal Startkapital, um überhaupt in die Lage zu kommen, produktiv zu sein. Es ist immer so - zuerst kommt das Brauchen, das Nehmen, das Bekommen, um die Bedingungen zu schaffen, dann kommt die eigene Leistung, die eigene Produktivität. Das bedingungslose Grundeinkommen ist nur eine logische Folge dieser Zusammenhänge.
Er hat das auch im Beispiel eines Einstellungsgesprächs erklärt. Der Bewerber kriegt seinen Lohn nicht für seine Leistung, wenn er seinen neuen Job antritt, denn die erbringt er ja erst später. Er kriegt seinen Lohn, um seine Miete bezahlen zu können, sein Essen und was er sonst noch so braucht, damit er regelmäßig am Arbeitsplatz erscheinen und dort DANN Leistung bringen kann. Alle Kreativität, alle Produktivität beruht auf Vorleistung und dem Zutrauen, daß was Sinnvolles dabei rauskommt. Eine Sicherheit, WAS dann dabei herauskommt, gibt es nie.
Das hat mir so gutgetan, das zu hören. Denn es entspricht vollkommen meinem Weltbild. Endlich mal. Und so kann ich auch auf den Punkt bringen, was mich so aufgeregt hat, als ich vor Kurzem erfahren habe, daß die Krankenkasse keine Massage finanziert, wenn man nicht vorher Krankengymnastik ausprobiert hat. Zuerst muß der Mensch gefälligst was tun, und erst wenn das nicht klappt, kriegt er was, was ihn nährt und wo er sich entspannen kann. Da ist jemand völlig am Ende und hat Schmerzen, und dann heißt es, er müsse jetzt erstmal selber etwas TUN. Das ist doch... wirklich krank. Warum haben so viele Menschen so viel Angst davor, daß jemand etwas kriegen könnte, einfach so, um ihn in die Lage zu versetzen, dann wieder etwas geben zu können?
Was sind Eure Gedanken und Gefühle dazu?
Liebe Grüße,
Sheelara
P.S. Meine Postings haben immer so eine riesige Spaltenbreite (heißt das so?), seh das nur ich oder seht ihr das auch? Wie krieg ich das schmaler? Ich kann im Menü nichts dazu finden.