Konfession wechseln

Alles, was nicht direkt mit Reiki oder dem Forum als solches zu tun hat und sonstwo im Forum keinen Platz findet.

Moderatoren: Elvira, AdminTeam

Antworten
Jersey
Reiki-Glühwürmchen
Beiträge: 2
Registriert: 28.08.2005, 16:51
Wohnort: Issum - Sevelen
Kontaktdaten:

Konfession wechseln

Beitrag von Jersey »

Ich weiss nicht wen von euch das interessiert, aber für mich war der Glaube an Gott immer sehr wichtig.
Als Säugling im Alter von ca 6 Wochen wurde ich getauft. Röm. Kath. Leider. Naja als kind kann man da nicht wirklich was gegen tun.
Die Familie meines Vaters war immer sehr streng katholisch und zwang uns Kinder, meinen Bruder und mich immer jeden Sonntag vormittag zur Kirche. Das ging bis zu dem Zeitpunkt als ich gefirmt werden sollte.
Wie das so ist in der Pubertät. Töchterchen, d.h. ich, wurde sehr rebellisch. Ich habe zwar immer zu meinem Glauben gestanden, ich meine dass ich Christin war und bin aber die kath. Kirche ging mir tierisch auf den keks. Ich empfand das Was die Kath. Kirche machte nicht christlich...
Ich nahm ja auch eine Zeitlang nicht mehr am kath. Religionsunterricht teil. Mir war egal was ich stattdessen gemacht hatte. Meinetwegen auch Englisch oder sonst einen Ersatzunterricht. Hauptsache ich musste mir den heuchelnden Religionslehrer nicht mehr anhören.
Ich habe auch nie am Kath. Jugendprogramm teilgenommen ich war in einer evangelischen Jugendgruppe.
Immer schon. Damals hab ich noch gesagt naja meine Freundinnen waren auch überwiegend evangelisch heute sag ich, ich hab mich da einfach immer schon wohler gefühlt.
Dann hab ich vor einem Jahr den ersten Reiki Grad gemacht und vor einem drei - viertel Jahr dann den zweiten. In letzter Zeit beschäftigte ich mich wieder intensiver mit Reiki, - Meditation, Religionen usw.
Ich habe dabei auch sehr viel über meinen eigenen Standpunkt nachgedacht und gemerkt, dass ich mich mit der Katholischen Kirche absolut nicht mehr identifizieren kann.
Anfangs dachte ich wenn mein Vater das erfährt gibt es bei uns wieder ärger und nun? Nein er kann mir nichts mehr ich bin lange Zeit Volljährig habe selbst eine Familie. Es ist auf jeden Fall meine Entscheidung alleine.
Die Tatsache, das die Familie meines Freundes überwiegend evangelisch ist, macht es mir lediglich leichter zu wechseln.
Des öfteren wurde mir erzählt, das mein Schwiegervater in spe auch erst Kath. war und dann gewechselt hat. Keiner von ihnen hat mich diesbezüglich irgendwie unter Druck gesetzt aber ich weiss dass ich da eine Anlaufstelle, da ich mit ihnen , meinen Schwiegereltern in Spe, ein sehr gutes Verhältnis habe.
Gestern Vormittag bin ich dann zum hiesigen Amtsgericht gefahren und habe die Austrittserklärung aus der Katholischen Kirche unterschrieben. Nun muss ich dieses Papier mitnehmen zur evangelischen Kirche oder Wiedereintrittsstelle.
Es wäre nun schön zu erfahren ob es unter euch noch mehr gibt die aus der Kirche ausgetreten sind und gewechselt haben oder einfach konfessionslos geblieben sind. Vielleicht aus ähnlichen Beweggründen wie meinen. Ich wechsle ja jetzt ja nur von der kath. zur evangelischen kirche aber auch der wechsel zu anderen Religionen ist gefragt :)
Licht und Liebe für Alle hier.
ich bin nicht auf der Welt um so zu sein wie Andere mich haben wollen.
Benutzeravatar
LebensFrisch
Reiki-Laterne
Beiträge: 217
Registriert: 19.07.2005, 18:53
Wohnort: Bindlach
Kontaktdaten:

Beitrag von LebensFrisch »

Ich hab Dir gegenüber einen Vorteil: Ich bin schon evangelisch... :wink:

Aus meiner Sicht:
Wenn man sich die Religionen anschaut, es beruht alles auf einen Gott und viele Helferlein. Ich meine, es ist (so ziemlich) alles der gleiche Glauben nur mit anderen Namen.

Meine Mutter ist aus der Kirche komplett ausgetreten.
Sie mußte damals (evang.) ewig nachzahlen und mein Vater (kath.) bekam einen Batzen Geld zurück... :wink:
Fürchte dich nicht vor Schatten, zeigen sie doch an, dass irgendwo in der Nähe ein Licht leuchten muss.
Benutzeravatar
Harmonie
Reiki-Sonne
Beiträge: 2162
Registriert: 06.06.2002, 08:48
Reiki-Verband: ungebunden
Reiki-System: Reiki nach Usui - freie Reiki-Meisterin/Lehrerin, Lehrerin für energetische Wirbelsäulenaufrichtung
Wohnort: Nähe Hameln
Kontaktdaten:

Beitrag von Harmonie »

Ich bin vor Jahren auch aus der Kirche ausgetreten.
Dieser Austritt hat absolut nichts mit meinem Glauben zu tun.
Ich für meinen Teil brauche keine Kirche mit Kirchensteuer und dem anderen Firlefanz, um meinen Glauben zu leben.
Zu Erd-lebe-zeiten von Jesus gab es auch keine Kirche.
In meinen Augen ist das Unternehmen Kirche ein hauptsächlich materiell geführtes Unternehmen. Damit will ich nicht sagen, dass die Kirche für einzelne auch gutes tut. Aber letztendlich ist es doch so:
Man zahlt Kirchensteuer und wenn man von der Kirche etwas in Anspruch nehmen möchte, muß man dafür noch zusätzlich zahlen. Das ist in meinen Augen nicht o.k.
Ich lebe gut mit meinem Kirchenaustritt und bin von Gott dafür auch nicht bestraft worden.

Jersey...tu das, was Dein Herz Dir sagt.

Liebe Grüße
Christine
Immer in Gedanken zu lächeln, erhält dem Gesicht die Jugend.
-------------
Benutzeravatar
SpideR
Reiki-Feuer
Beiträge: 601
Registriert: 09.11.2002, 22:19
Wohnort: zu Hause
Kontaktdaten:

Beitrag von SpideR »

Hallo Jersey,
ich bin ungetauft aufgewachsen, in einer Familie in der jegliche Religiösität, Glaube, Spirtualität abgelehnt und lächerlich gemacht wurde.
Da ich jedoch in tiefer Seele immer ein Gespür für die andere Welt hatte, fühlte ich mich verloren und war schon als Kind ausgesprochen depressiv.
Unvorbelastet in Bezug auf irgendeine Konfession konnte ich schließlich jedoch meinen ganz eigenen Weg finden, der ganz sicher nichts mit katholischer oder evangelischer Kirche zu tun hat.
Ich hatte sozusagen "die freie Auswahl", kein schlechtes Gewissen irgendeiner Familie gegenüber und konnte dem Glauben meines Herzens folgen. Ein kostbares Geschenk, bei aller Traurigkeit die einst darin lag, als ich mir gewünscht hätte, dass irgendjemand meine Schritte begleitet.
Lg
Birgit
Was ist wertvoller, Wissen oder Fantasie ?
Es ist die Fantasie, denn das Wissen hat Grenzen (Albert Einstein)

*Mitglied im Avalonorden des Roten Drachen e.V.
Jersey
Reiki-Glühwürmchen
Beiträge: 2
Registriert: 28.08.2005, 16:51
Wohnort: Issum - Sevelen
Kontaktdaten:

Beitrag von Jersey »

vielen Dank für Eure Meinungen,
die Kirchensteuer, war bei meiner Entscheidung nicht maßgebend.
Es hat wirklich einfach nur mein Herz entschieden.
ich bin nicht auf der Welt um so zu sein wie Andere mich haben wollen.
Benutzeravatar
Tati
Reiki-Feuer
Beiträge: 793
Registriert: 01.11.2002, 20:54
Wohnort: Schweinfurt im Weinland Unterfranken
Kontaktdaten:

Beitrag von Tati »

hallo
ich binzwar wvangelisch aber fühle mich überhaupt nicht der Kirche zugehörig. Ich bin auch nciht konfirmiert da der pfarrer kein Verständnis für meien Sehbehinderung hatte. und wenn ich es gemacht hätte hääte ich es auch nur weil es meine Eltern wollten. Ich war nämlich froh dass es damals so ausgign.
Zum Glaube braucht man keien kirhcen. Fallse seiene Gott gibt dann ist man ihm doch im Wald näher als in so einem blödne Gebäude

Tati
Heute ist der Tag um alles zu verändern
Benutzeravatar
Frank
Redaktion Reikiland
Beiträge: 10195
Registriert: 12.12.2001, 02:00
Reiki-System: Usui Reiki Ryoho, Usui-Do
Wohnort: Saarlouis
Kontaktdaten:

Beitrag von Frank »

Ich bin direkt nach meinem 18ten Geburtstag aus der römisch-katholischen Kirche ausgetreten. Trotz aller negativen Konsequenzen im privaten und beruflichen Umfeld, die diese Entscheidung seitdem mit sich gebracht hat. Aber ich will nicht an einem Spiel teilnehmen, dessen Regeln ich ablehne.
Um mehr in das Innere Wesen des Christseins vorzudringen, habe ich später einige Jahre in einem Orden der Rosenkreuzer verbracht. Eine lehrreiche Zeit voller Entwicklungen. Aber auch hier gab es einiges, mit dem ich nicht einverstanden war.
Jetzt steht das Thema Konfession erstmals wieder ernsthaft auf dem Tablett. Denn ich habe ein Jobangebot von einer kirchlichen Institution vorliegen. Allerdings muss ich dazu in einer Kirche sein. Bislang habe ich mich dem stets verweigert. Aber mittlerweile sehe ich es nicht mehr so streng. Und es könnte genau der Job sein, den ich seit Jahren machen will. Klar ist nur: römisch-katholisch kommt definitiv nicht in Frage. Die Katholen haben zwar eindeutig die bessere Performance, aber mehr auch nicht. Bei den Evangelen schreckt mich die protestantisch-puritanische Einstellung. Mal schauen, ob ich nicht eine wirklich coole Kirche finde, die von dem potentiellen Brötchengeber akzeptiert wird :lol:
"Hallo ihr inneren Kinder, ich bin der innere Babysitter" (Terry Pratchett, Hogfather)
Fragen zu Reiki, Forum oder Reikiland bitte nicht via PN oder eMail, sondern im Forum posten.
Jeroen_Gremmen

Beitrag von Jeroen_Gremmen »

Hallo Christine,
Saluki hat geschrieben:Ich bin vor Jahren auch aus der Kirche ausgetreten.
Dieser Austritt hat absolut nichts mit meinem Glauben zu tun.
Ich für meinen Teil brauche keine Kirche mit Kirchensteuer und dem anderen Firlefanz, um meinen Glauben zu leben.
In den Niederlanden gibt es nicht sowas wie hier in Deutschland
'in der Kirche'... Ich bin zwar getauft worden aber habe mich niemals
freiwillig in der Kirche blicken lassen, weil es mir zu kalt (in jeder Hinsicht)
war ;-). Kirchensteuer wird dort auch nicht separat aufgelistet; die Kirche
bekommt einen Teil der Steuergelder.

Als ich vor 4,5 Jahren nach Deutschland gezogen bin, müsste ich beim
Anmeldeformular 'Religionsgesellschaft' eintragen und habe brav RK
eingetragen. Wusste in dem Moment nicht was das für konsequenzen mit
sich mitbringen würde. Das wurde mir klar als ich meine erste
Gehaltsabrechnung bekam. Da ich meine Lohnsteuerkarte vergessen
hatte, wurde ich automatisch nach Steuerklasse 6 abgerechnet. Wenn
man dann auf die Kirchensteuer Zahlen schaut :o :o :o :o :o ...

Ich habe mich hier noch mit Behörden rumgeschlagen weil die den
'falschen' Eintrag (bin nämlich nicht hier in der Kirche registriert) nicht
rausnehmen wollte. Hat letztendlich dann doch geklappt und lebe jetzt
besser ohne Kirchensteuer.

Übrigens kann man hier nachlesen, dass die Kirche auch ohne
Kirchensteuer sehr viel Geld vom Staat bekommt. Ist vor allem
interessant für Menschen die einer anderen Religionsgesellschaft
angehören, denn die zahlen letztendlich zusätzlich zu der Steuer für die
eigene Religion auch noch für die Kriche drauf :evil:

@Jersey
um dein Problem zu vermeiden, haben wir unsere Tochter nicht taufen
lassen. Sie soll selbst entscheiden ob und wann sie das macht.

Liebe Grüße,
Jeroen
Zuletzt geändert von Jeroen_Gremmen am 03.09.2005, 07:26, insgesamt 1-mal geändert.
Benutzeravatar
Frank
Redaktion Reikiland
Beiträge: 10195
Registriert: 12.12.2001, 02:00
Reiki-System: Usui Reiki Ryoho, Usui-Do
Wohnort: Saarlouis
Kontaktdaten:

Beitrag von Frank »

Jeroen Gremmen hat geschrieben: Übrigens kann man hier nachlesen, dass die Kirche auch ohne
Kirchensteuer sehr viel Geld vom Staat bekommt.
Der Link ist wirklich lesenswert! Die Niederschrift der Panorama-Sendung der Hammer.
"Hallo ihr inneren Kinder, ich bin der innere Babysitter" (Terry Pratchett, Hogfather)
Fragen zu Reiki, Forum oder Reikiland bitte nicht via PN oder eMail, sondern im Forum posten.
Kaya
Reiki-Kerze
Beiträge: 26
Registriert: 24.08.2005, 14:54
Wohnort: Nürnberg

Beitrag von Kaya »

Hallo,

ich bin nach langem Hinauszögern vor 2 Jahren aus der katholischen Kirche ausgetreten. Nicht, weil ich nicht an Gott glaube, sondern weil ich mit dieser Kirche nichts anfangen kann. In die Kirche bin ich nur, wenn es sein musste - sprich Firmung, Kommunion von Nichte und Neffe - ansonsten bin ich der Meinung, ich kann genauso auch daheim beten. Oder, wie jemand hier so schön geschrieben hat, bin ich im Wald Gott näher als in der Kirche....
Ich bin im Moment noch konfessionslos und fühle mich wohl dabei. Ob ich irgendwann mal wieder in eine Kirche eintrete - naja, sag niemals nie. Aber zur Zeit sieht's nicht so aus. Und Gott mag mich trotzdem :wink:
Zauberfrau
Reiki-Sonne
Beiträge: 2689
Registriert: 14.12.2001, 02:00
Wohnort: Oberfranken

Beitrag von Zauberfrau »

ich bin evgl. erzogen, konfirmiert und habe auch kirchlich geheiratet. Meine Kinder wurden getauft, die beiden Älteren auch noch konfirmiert, die Jüngeren schon nicht mehr, sie wollten nicht.
Vor 8 Jahren bin ich aus der Kirche ausgetreten weil ich mich einfach nicht mehr mit dieser Institution idendifizieren konnte.

Die Kirche ist eine von Menschen erdachte Sache die -in meinen Augen- etwas mit Macht, aber nicht mit Nächstenliebe zu tun hat.

Zauberfrau
Ich bin verbunden mit Erde und All, ich hab den esoterischen Knall.
Benutzeravatar
Elvira
ModerationsTeam
Beiträge: 4491
Registriert: 11.09.2004, 13:02
Reiki-System: Usui Shiki Ryoho
Wohnort: Heimat der Hochöfen, Zechen und Kumpels

Beitrag von Elvira »

Hallo Jersey,

also ich habe da so meine ganz eigenen Erlebnisse mit dem Wechseln der Konfession.
Ich bin seit 20 Jahren evangelisch. Ich habe mit 27 die Konfession gewechselt.

Jetzt erzähle ich meine ganz persönliche Geschichte dazu: Mein Vater, katholisch, konnte meine Mutter 1955 nicht kirchlich heiraten, weil er bereits einmal kirchlich verheiratet war.
Als ich 1958 geboren wurde, wollte mich die katholische Kirche nicht taufen, obwohl Muttis ganze Seite streng katholisch war. Ich sollte von den Johannitern getauft werden. Meine Großmutter ist extra aus Dortmund angereist und hat mit dem hiesigen Pastor der nächstgelegenen kath. Kirche zwei Stunden geredet, danach konnte ich katholisch getauft werden. Oma hat nie berichtet, was sie mit dem Geistlichen besprochen hat. Mein Vater ist anschließend aus der katholischen Kirche ausgetreten und hat mich aber das“ Beten gelehrt“ und mit mir über Gott gesprochen.
Dann kam meine Kommunion mit 9 und anschließend meine Firmung. Meinem Vater wurde „untersagt“, die Kirche bei den Feierlichkeiten zu betreten. Erst ein Beitrag für den Klingelbeutel öffnete meinem Vater für meine beiden wichtigen Feiern die Kirchentür. Nach meiner Kommunion fand ich es sehr schlimm, wöchentlich beichten gehen zu müssen. Irgendwann hörte ich auf damit. Von meinen drei Freundinnen war eine evangelisch. Als diese mit den Konfirmationsvorbereitungen anfing, nahm sie mich öfter mit zur evgl. Kirche. Beim Austragen der Kirchenblätter war ich dabei, bei Liederabenden nahm sie mich mit. Die Freunde (egal welche Konfession) waren also immer herzlich mit eingeladen. Mit den kath. Freundinnen ging ich nach deren damaligem Wohnwechsel mit zu deren Gemeinden, um an Bibelnachmittagen und Bastelstunden teilzunehmen. Ich war also auf beiden Seiten als Kind aktiv nach meiner Kommunion.

Dann verstarb mein Vater sehr früh bei einem Verkehrsunfall mit dem Rad und wurde von einem Freiprediger 1971 beigesetzt. Wie mir später von den kath. Verwandten gesagt wurde, hatte der Freiprediger eine ganz tolle Grabrede abgehalten.

Ich habe immer gerne am kath. Religionsunterricht teilgenommen, eine Befreiung kam für mich niemals in Frage.

Mein Mann (evangelisch) und ich wollten 1985 nach 7jähriger „wilder Ehe“ endlich heiraten.
Ihm war es egal, in welcher Kirche. Ich entschied mich für die Kirche, in der ich konfirmiert wurde (ich muß zum Verständnis dazu sagen, ich wohne seit 47 Jahren am selben Ort). Nach Terminabsprache mit dem Pastor habe ich die Einladungskarten verschickt. 6 Wochen vor der Hochzeit kam von der Kirche wegen Terminveränderungen eine Absage. Ich habe geheult, geschluckt und ohne zu überlegen die katholische Kirche angerufen, in der ich dank meiner Oma mütterlicherseits dann doch getauft wurde. Am Apparat war eine Verwaltungsdame, die erst einmal meine Daten aufnahm. Leider mußte ich ihr mitteilen, daß mein Zukünftiger nicht mit mir verlobt war, seit 7 Jahren mit mir eine Wohnung teilte (wie gesagt „wilde Ehe“) und auch noch evangelisch war. Jedesmal kam am anderen Ende ein: „Aha!“ Als ich ihr auch dann noch mitteilte, das wir auf keinen Fall an dem Beratungs-Eheseminar Interesse hätten, fiel ihr wahrscheinlich am anderen Ende das Kinn runter. Die Aussage, sie gäbe diese Daten dem Pfarrer und der würde sich dann bei mir melden, kam in einem Ton rüber, das mir jetzt noch schlecht wird. Ich kam mir vor wie der letzte Abschaum, leider. Ich rief meinen Mann heulend auf der Arbeit an. Der entschied sich dann sofort dafür, in seiner Kirche zu heiraten. Abends hatten wir einen Termin für den nächsten Tag beim evangelischen Pfarrer bei sich zu Hause. Was soll ich euch sagen, der machte uns in Hauspantoffeln mit Pfeife im Mund und Rauschebart im Gesicht die Tür auf. Während des Trauungsgespräches kamen wir unter anderem auch auf Hobbys und Kneipenbesuche zu sprechen, überhaupt haben wir über Gott und die Welt gesprochen, einfach klasse. Als ich ihm meine ganz persönlichen Erlebnisse mit der kath. Kirche erzählte und wütend sagte, ich trete über in die evangelische Kirche, gab er mir den Rat, erst einmal zu heiraten und dann darüber nach zu denken.
Der kath. Geistliche meldete sich bei uns telefonisch, ich war arbeiten, meine Mutter nahm das Gespräch an. Sie übermittelte ihm, das wir jetzt evangelisch heiraten und das auch sie nicht mehr beabsichtige, die katholische Kirche zu betreten, sondern mit „ihren“ Kindern nur noch die evangelische Kirche aufzusuchen. Er stand noch zweimal bei uns vor der Tür, aber es war zu spät.

Ein halbes Jahr nach unserer Hochzeit hatte ich wieder ein Gespräch mit dem Pfarrer, einem Mann wie „Du und Ich“. Ich war fest entschlossen zu wechseln. Die Erfahrungen meiner Eltern und dann meine eigenen Erfahrungen während der Hochzeitsvorbereitungen lagen mir schwer im Magen. Für mich war die katholische Kirche einfach weltfremd!
Dann ging alles ziemlich schnell, Austritt aus der kath. Kirche beim Gericht beantragen, ich glaube 6 Wochen Wartezeit für die Neuaufnahme in der evangelischen Kirche. Das Presbyterium hat meine Aufnahme genehmigt und mich zum Gottesdienst eingeladen.
Unsere beiden Kinder wurden von dem gleichen Pfarrer getauft, der uns auch getraut hatte.
Durch die Kinder bin ich wieder sehr aktiv in der Kirche tätig. Die Gemeinde ist für mich fast wie ein zweites Zuhause. Auch hier weiß ich mittlerweile abzuschätzen, daß nicht alles, was der Pfarrer von der Kanzel predigt, von ihm praktiziert wird. Diese Erkenntnis war für mich ein schwerer Schock, auch das die Kirche eine „Firma“ ist wie jede andere, also mit Chef und Untergebenen, konnte ich anfangs nicht verstehen, aber dafür habe ich jetzt meine Sichtweise gefunden. Wenn irgendwas ist, kann ich die Pfarrer jederzeit anrufen oder irgendeinen aus der Gemeinde, einfach toll, wie eine große Familie.

Ich habe es noch keinen einzigen Tag bereut, die Konfession gewechselt zu haben. Für mich hat sich Gott gegenüber nie was geändert, einen starken Glauben zu Gott hat mir ja mein aus der Kirche ausgetretener Vater vermittelt. Meine Familie und Gott waren immer meine festen Stützen im Leben, jetzt kommt noch Reiki hinzu.
Jetzt nach Jahren mit dem gewissen Abstand zu der damaligen Situation mit der Hochzeit muß ich sagen, es hätte ja auch ganz anders kommen können. Auch kath. Geistliche sind nicht immer weltfremd, durch meine ehrenamtliche Tätigkeit in unserer evangelischen Kirche komme ich ja auch bei ökumenischen Gottesdiensten mit der anderen Seite zusammen. Ich habe halt Pech gehabt, es sollte wohl alles so kommen.

Liebe Grüße
Kathi
Wer kämpft, kann verlieren.
Wer nicht kämpft, hat schon längst verloren.
Antworten