Und welches Schulmädchen hat eigentlich keine Glanzbilder gesammelt


Dann mit 12 Jahren fing ich an, Trachtenpuppen zu sammeln. Beim Österreichurlaub bekam ich so eine Puppe von meinem Vater geschenkt. Die fand ich wunderschön. Beim nächsten Urlaub im Schwarzwald bettelte ich und bekam eine „Schwarzwaldpuppe“ geschenkt. Wenn Bekannte meiner Eltern in Urlaub gefahren sind, brachten sie mir auch Puppen mit. Die Puppen standen bei uns im Flur im Regal. Ich hatte eine Liste angefertigt und mir notiert, von welchem Ort die Puppen waren und wann ich sie bekommen habe. Ab und zu baute ich sie auf und übte mich im Fotografieren.
Durch meine Tätigkeit in einem großen Kaufhaus kam ich an sehr viele Länderpuppen. Meine Sammelleidenschaft war bekannt. Die Mitarbeiter sprachen mich schon von alleine an, ob sie mir eine Puppe von ihrem Urlaubsort mitbringen sollten. Ich drückte ihnen dann Geld in die Hand, damals so an die 20,-- - 30,-- DM. So standen dann Trachtenpuppen aus Rußland, Kanada, Norwegen, Afrika usw. bald in der mittlerweile eigenen Wohnung im Regal. Und sie standen und standen und staubten ein.
Beim Besuch meiner Arbeitskollegin 1982 bestaunte ich ihre Sammlung Fingerhüte. Ich war fasziniert von diesen kleinen Gegenständen in allen möglichen Farben und aus verschiedenen Materialien. Und beim nächsten Besuch bei mir zu Hause anläßlich meines Geburtstages bekam ich von den Arbeitskolleginnen meinen ersten kleinen Fingerhutkasten und drei Fingerhüte geschenkt. Damit fing meine neue Sammlung an.
Die Puppen flogen nach 10 Jahren aus unserer Wohnung raus. Sie waren mittlerweile unansehnlich und nahmen sehr viel Platz weg. Ich habe sie an Sammler verkauft und auch verschenkt.
Jetzt wurden Fingerhüte gesammelt: aus Porzellan, Keramik, Holz, Silber, Glas, Messing, Kunststoff usw. Die Motive sind sehr unterschiedlich: angefangen von Tier- und Blumenmotiven bis hin zu Burgen, Denkmälern, Schiffen usw. Ich habe mir nicht mehr die Mühe gemacht, sie zu katalogisieren. Ich fand einfach Gefallen an diesem kleinen, eigentlich sehr nützlichen Haushaltsgegenstand.
Und so ist es noch heute. An die 300 Fingerhüte stehen mittlerweile in einer Vitrine. Ich kaufe mir selbst nur preiswerte Fingerhüte. Natürlich gibt es auch welche von Hutschenreuther usw. Die lasse ich mir dann von Männe zum Geburtstag schenken oder von Freunden.

Ach, unsere Freunde und meine Chorschwestern und Nachbarn haben auch Spaß an meiner Sammelleidenschaft. Ungefragt bekomme ich aus allen Ecken Fingerhüte geschenkt, die sie mir aus den Urlaubsorten mitbringen. Ich freue mich immer riesig darüber.
Vor 10 Jahren stand ich einmal in unserem Käseblatt drinnen so unter dem Motto: Frau Kathi, immer gut „behütet“ – eine ungewöhnliche Sammelleidenschaft.
Und was sammelt ihr so?

Oder zählt ihr zu den „Schnäppchenjägern“, die über ebay oder auf dem Trödelmarkt versuchen, an eine seltene Schallplatte zu kommen?

Oder wimmelt es in eurer Wohnung von der Fußmatte bis hin zum Klodeckel von Katzenmotiven?

Liebe Grüße
Eure Kathi